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Wartungsmodus richtig einrichten: Warum robots.txt niemals 503 melden darf

Während der Wartung dürfen Seiten 503 melden – robots.txt muss trotzdem 200 liefern, sonst stoppt Google das Crawling der ganzen Website.

Wartungsmodus richtig einrichten: Warum robots.txt niemals 503 melden darf

Wer seine Website für ein Update offline nimmt, macht fast immer denselben Fehler: Der komplette Server, robots.txt eingeschlossen, meldet den Statuscode 503. Genau das rät Google ausdrücklich ab. Ihre Seiten dürfen während der Wartung 503 zeigen – robots.txt muss weiterhin ganz normal mit 200 antworten. Tut sie das nicht, hört Googlebot auf, die Website überhaupt zu besuchen, und genau das verlängert die Downtime in der Suche um Tage, die niemand eingeplant hat.

Was passiert ist

Der japanische SEO-Berater Kenichi Suzuki hat Ende Oktober 2026 eine Auswertung veröffentlicht, die zeigt, wie wenig diese Regel bekannt ist: Nach der Notfallwartung vieler Websites wegen der kritischen PHP-Sicherheitslücke PHP2Shell prüfte er 112 Websites. 61 davon meldeten während der Wartung korrekt einen 503-Statuscode für ihre Seiten. Aber nur 3 dieser 61 lieferten robots.txt dabei weiterhin mit 200 aus – alle anderen sperrten versehentlich auch die robots.txt-Datei selbst. Das japanische SEO-Fachportal SEM-R bestätigte dieselbe Google-Vorgabe unabhängig in einer eigenen Auswertung der offiziellen Google-Dokumentation: Pflicht ist ein 503 für die eigentlichen Seiten, Pflicht ist ebenso ein unverändert erreichbares robots.txt.

Der Grund liegt in Googlebots Verhalten bei Serverfehlern: Meldet robots.txt selbst einen 5xx-Status, geht Googlebot vorsichtshalber davon aus, dass die gesamte Website derzeit nicht gecrawlt werden soll, und stellt das Crawling für einige Stunden komplett ein. Hält der Fehler an, wird die Pause länger. Erst wenn robots.txt wieder normal antwortet, beginnt Googlebot erneut mit dem regulären Rhythmus – unabhängig davon, ob die übrigen Seiten inzwischen längst wieder online sind.

Was das für Websites in Bayern bedeutet

Der Fall trifft jeden, der WordPress, Joomla, TYPO3 oder einen Onlineshop über einen klassischen Wartungsmodus abschaltet. Viele Wartungsmodus-Plugins und viele serverseitige Konfigurationen sperren pauschal den gesamten Pfad, robots.txt eingeschlossen, weil das technisch am einfachsten umzusetzen ist. Für einen Kunden, der die Seite gerade aufruft, macht das keinen Unterschied – er sieht ohnehin die Wartungsmeldung. Für Google schon: Eine Website, die zwei Stunden wegen eines Updates offline war, kann durch eine falsch konfigurierte robots.txt mehrere Stunden länger aus dem aktiven Crawling verschwinden, als die Wartung tatsächlich gedauert hat.

Besonders ärgerlich wird das bei PHP-Sicherheitsupdates, Serverumzügen oder einem Relaunch über Nacht: Genau dann will man, dass Google so schnell wie möglich wieder vorbeischaut und sieht, dass alles läuft. Eine blockierte robots.txt bewirkt das Gegenteil.

Was jetzt zu tun ist

  • Vor der nächsten geplanten Wartung testen, ob robots.txt auch im Wartungsmodus erreichbar bleibt und 200 liefert – am einfachsten mit einem kurzen Blick in die Entwicklertools des Browsers oder einem Statuscode-Prüfwerkzeug.
  • Für alle übrigen Seiten tatsächlich 503 ausliefern, nicht 404 oder eine leere 200-Seite – sonst wertet Google die Inhalte als dauerhaft entfernt statt als vorübergehend nicht verfügbar.
  • Den Header Retry-After mit einer realistischen Zeitangabe mitschicken, wenn die Wartungssoftware das unterstützt.
  • 503 nicht über Tage stehen lassen. Je länger der Zustand anhält, desto eher beginnt Google, einzelne Seiten tatsächlich aus dem Index zu nehmen.
  • Nach der Wartung die Statuscodes und die Google Search Console kontrollieren, statt sich auf das bloße Gefühl „die Seite läuft wieder“ zu verlassen.

Wer sein technisches SEO ohnehin regelmäßig prüft, nimmt diesen Punkt am besten in die eigene Checkliste auf – er gehört zur technischen Grundlage, die selten auffällt, bis sie fehlt. Wie lange eine Website nach einer solchen Unterbrechung braucht, bis Google wieder im gewohnten Rhythmus crawlt, hängt von denselben Mechanismen ab, die wir im Beitrag über Zeitrahmen für Crawling und Indexierung beschrieben haben.

Quellen

Kurz beantwortet

Darf robots.txt während der Wartung auch 503 melden, wenn der Rest der Seite das auch tut?

Nein. Google rät ausdrücklich davon ab. Eine robots.txt mit 503 lässt Googlebot annehmen, dass die gesamte Website vorübergehend nicht gecrawlt werden soll, und verlängert die Unterbrechung im Crawling über die tatsächliche Wartungsdauer hinaus.

Was soll robots.txt während einer geplanten Wartung stattdessen anzeigen?

Dieselbe Datei wie immer, mit dem Statuscode 200. Nur die übrigen Seiten der Website erhalten 503, damit Besucher und Google erkennen, dass die Inhalte gerade nicht verfügbar sind, aber bald zurückkehren.

Wie lange darf eine Website mit 503 offline bleiben, ohne Rankings zu gefährden?

Für kurze, geplante Wartungen von wenigen Stunden bis zu einem Tag toleriert Google 503 ohne Folgen für den Index. Zieht sich die Unterbrechung über mehrere Tage, beginnt Google, einzelne Seiten vorsichtshalber aus den Ergebnissen zu nehmen.

Konrad Griesser

Konrad Griesser

SEO-, GEO- & AEO-Berater aus Augsburg — im Web zuhause seit 1999. Mehr über SEO Genie

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