Bilder-SEO: Dateinamen, Alt-Texte, Formate und Ladezeit
Bilder bremsen die Ladezeit und bleiben für Google unsichtbar, wenn Dateiname, Alt-Text und Format nicht stimmen.
Ein Bild, das 3 Megabyte groß ist, 1800×1200 benannt heißt und keinen Alt-Text trägt, kostet an drei Stellen gleichzeitig: bei der Ladezeit, beim Ranking in der Bildersuche und bei der Barrierefreiheit. Die drei Stellhebel — Dateiname, Alt-Text und Dateiformat — lassen sich ohne Agentur und ohne Programmierkenntnisse nachrüsten, und der Aufwand pro Bild liegt bei einer Minute.
Dateinamen: Was Google tatsächlich liest
„IMG_4821.jpg" sagt weder Google noch einem Menschen etwas. Der Dateiname ist eines der wenigen Signale, das Suchmaschinen auswerten, bevor sie das Bild überhaupt analysieren — er läuft über die Bildersuche in den Index, lange bevor jemand auf die Seite klickt. Ein Handwerksbetrieb, der ein Foto einer neuen Heizungsanlage hochlädt, sollte die Datei „gastherme-austausch-augsburg.jpg" nennen, nicht „Foto3.jpg" oder „bild-neu-final.jpg". Wörter werden mit Bindestrichen getrennt, Umlaute vermieden, und der Name beschreibt, was auf dem Bild zu sehen ist — nicht die Kampagne, unter der es entstanden ist.
Alt-Texte: Barrierefreiheit zuerst, Keyword zweitens
Der Alt-Text wird oft als reines SEO-Werkzeug missverstanden und dann mit Suchbegriffen überladen. Seine eigentliche Aufgabe ist eine andere: Screenreader lesen ihn vor, wenn ein Bild aus technischen Gründen nicht lädt oder wenn jemand blind oder sehbehindert die Seite nutzt. Ein guter Alt-Text beschreibt deshalb konkret, was zu sehen ist — „Handwerker montiert Gastherme an der Wand im Keller" statt „Heizung Gastherme Installation Augsburg Heizungsbauer". Die Suchmaschine liest mit, aber die Reihenfolge der Prioritäten bleibt: erst verständlich für Menschen, dann brauchbar für Google. Rein dekorative Bilder, etwa Trennlinien oder Hintergrundmuster, bekommen einen leeren Alt-Text (`alt=""`), damit Screenreader sie überspringen.
Formate und Komprimierung: Der größte Hebel für die Ladezeit
Ein Foto direkt von der Smartphone-Kamera wiegt oft 4 bis 8 Megabyte — für eine Website viel zu schwer. Zwei Schritte verändern das spürbar:
- Format wechseln: WebP erzeugt bei gleicher Bildqualität deutlich kleinere Dateien als JPEG oder PNG und wird von allen gängigen Browsern angezeigt.
- Breite begrenzen: Ein Bild, das auf der Website maximal 800 Pixel breit dargestellt wird, muss nicht in 4000 Pixel Breite hochgeladen werden — die überschüssigen Pixel verbrauchen nur Ladezeit.
- Lazy Loading aktivieren: Bilder weit unten auf der Seite laden erst, wenn jemand dorthin scrollt, statt alle gleichzeitig beim Seitenaufruf.
Das gilt für klassische Websites genauso wie für KI-Suchergebnisse, die Bilder aus Produktseiten und Anleitungen übernehmen. WordPress-Plugins und die meisten Homepage-Baukästen erledigen die Formatumwandlung inzwischen automatisch beim Hochladen. Wer eine handgebaute Website betreibt oder Bilder direkt per FTP einspielt, komprimiert vor dem Upload selbst — etwa mit einem kostenlosen Online-Konverter oder einer Bildbearbeitung, die WebP-Export anbietet.
Was in der Praxis am meisten übersehen wird
Die Reihenfolge der drei Hebel ist nicht gleich wichtig. Ladezeit wirkt sich direkt auf Ranking und Absprungrate aus und betrifft jeden Besucher, auch wenn er nie über die Bildersuche kommt — unser SEO-Check prüft genau das als einen von mehreren Punkten. Alt-Texte wirken vor allem dort, wo Bildersuche überhaupt eine Rolle spielt — bei Produktfotos, Rezepten, Anleitungen. Dateinamen sind der schwächste der drei Hebel, aber der mit dem geringsten Aufwand: Sie werden ohnehin beim Hochladen vergeben, es kostet nichts, sie gleich sinnvoll zu benennen.
Oft liegt das eigentliche Problem woanders: zu viele Bilder auf einer Seite statt zu große einzelne Dateien. Eine Referenzseite mit zwanzig unkomprimierten Fotos lädt langsamer als eine mit fünf gut ausgewählten, selbst wenn jedes einzelne Bild für sich genommen schon optimiert ist. Wer regelmäßig Fotos nachträgt — etwa nach jedem abgeschlossenen Projekt —, sollte deshalb einmal im Jahr die gesamte Bilderstrecke einer Seite durchgehen und nicht nur neue Uploads einzeln prüfen. Alte Bilder aus früheren Website-Versionen bleiben sonst jahrelang in Originalgröße liegen, weil niemand sie noch anfasst.
Kurz beantwortet
Muss jedes Bild einen Alt-Text haben?
Jedes inhaltlich relevante Bild ja. Rein dekorative Elemente wie Trennlinien oder Hintergrundmuster bekommen stattdessen einen leeren Alt-Text, damit Screenreader sie überspringen und nicht mit bedeutungslosen Beschreibungen unterbrechen.
Lohnt sich WebP auch für kleine Websites mit wenigen Bildern?
Ja, der Aufwand ist unabhängig von der Bildanzahl gering. Schon eine Handvoll großer JPEG-Dateien kann die Ladezeit einer kleinen Seite merklich verlangsamen, und die Umwandlung dauert pro Bild nur wenige Sekunden.
Wie lang sollte ein Alt-Text sein?
So lang wie nötig, um das Bild zu beschreiben — meist reichen 5 bis 15 Wörter. Ganze Sätze mit mehreren Keywords aneinandergereiht wirken unnatürlich und helfen weder Screenreader-Nutzern noch dem Ranking.
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