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Interne Verlinkung: der unterschätzte Rankingfaktor

Interne Links liegen vollständig in Ihrer Hand — und werden trotzdem kaum gesteuert. So nutzen Sie den am meisten unterschätzten Hebel im SEO.

Interne Verlinkung: der unterschätzte Rankingfaktor

Interne Verlinkung ist der Rankinghebel, den Sie vollständig selbst kontrollieren: Sie zeigt Suchmaschinen, welche Ihrer Seiten wichtig sind, worum es dort geht und wie Ihre Themen zusammenhängen. Richtig eingesetzt, stärkt sie gezielt die Seiten, mit denen Sie Geld verdienen — ohne dass Sie dafür auf irgendjemanden außerhalb Ihres Unternehmens angewiesen wären.

Backlinks von anderen Websites zu bekommen, kostet Zeit, Beziehungsarbeit und oft auch Geld. Interne Links dagegen setzen Sie in wenigen Minuten selbst. Trotzdem wird die interne Verlinkung bei den meisten Websites, die ich zu Beginn einer Zusammenarbeit sehe, kaum bewusst gesteuert. Sie entsteht nebenbei — durch das Menü, den Footer und den Zufall.

Was gute interne Verlinkung bewirkt

Drei Effekte greifen ineinander:

  • Sie signalisiert Wichtigkeit. Eine Seite, auf die viele andere Seiten Ihrer Website verweisen, ist für Suchmaschinen erkennbar zentral. Eine Seite, auf die nur ein einziger Link aus dem Footer zeigt, eher nicht.
  • Sie verteilt Linkkraft. Externe Links zeigen meist auf die Startseite. Über interne Links fließt diese Stärke weiter zu den tieferliegenden Leistungs- und Produktseiten, die oft die eigentlich wichtigen sind.
  • Sie liefert Kontext. Der verlinkte Text sagt Suchmaschinen, worum es auf der Zielseite geht — und Besuchern, was sie nach dem Klick erwartet.

Dazu kommt ein ganz praktischer Punkt: Suchmaschinen entdecken Seiten über Links. Eine Seite, die von nirgendwo verlinkt ist — eine sogenannte verwaiste Seite —, wird selten gecrawlt und noch seltener gut platziert, ganz gleich, wie gut ihr Inhalt ist.

Typische Fehler, die ich in fast jedem Audit sehe

  • „Hier klicken“ und „mehr erfahren“ als Linktext. Das verschenkt den gesamten Kontext. Besser ist ein beschreibender Text wie „Wartung von Wärmepumpen“.
  • Verwaiste Seiten. Oft ältere Landingpages oder Blogbeiträge, die nach einem Umbau aus jeder Navigation gefallen sind.
  • Wichtige Seiten zu tief vergraben. Wenn die umsatzstärkste Leistung erst nach vier Klicks erreichbar ist, behandelt Google sie entsprechend nachrangig.
  • Links auf Weiterleitungen oder Fehlerseiten. Nach jedem Umbau bleiben alte interne Links zurück, die über Umwege oder ins Leere führen — ein Klassiker nach Relaunches.
  • Der Blog als Insel. Beiträge verlinken sich gegenseitig, aber keiner führt zu einer Seite, auf der man etwas anfragen oder kaufen kann.

Das alles lässt sich mit einem Crawl der Website in kurzer Zeit sichtbar machen. In unserem SEO-Audit ist die Linkstruktur deshalb ein fester Prüfpunkt — sie liefert erfahrungsgemäß einige der am schnellsten umsetzbaren Verbesserungen.

Ein einfacher erster Schritt

Bei jedem neuen Artikel bewusst zwei bis drei Links auf bestehende, thematisch verwandte Seiten setzen — und umgekehrt bei zwei bis drei bestehenden Seiten prüfen, ob ein Link auf den neuen Artikel Sinn ergibt. Der zweite Teil ist der, der fast immer übersprungen wird. Er ist unsichtbare Arbeit: Niemand bemerkt ihn, niemand lobt ihn, und genau deshalb bleibt er liegen.

Ein Beispiel: Ein Heizungsbauer aus Kempten veröffentlicht einen Ratgeber zur Förderung von Wärmepumpen. Der Beitrag verlinkt auf die Leistungsseite „Wärmepumpe einbauen“ und auf die Seite zum Wartungsvertrag. Im Gegenzug bekommt die Leistungsseite einen Absatz „Welche Förderung gibt es?“ mit Link auf den Ratgeber. Zehn Minuten Arbeit — und beide Seiten profitieren.

Struktur schlägt Masse

Mehr Links sind nicht automatisch besser. Wenn jede Seite auf jede verweist, geht das Signal verloren, welche wirklich wichtig ist. Bewährt hat sich ein klares Muster: Eine zentrale Übersichtsseite pro Thema, von der aus vertiefende Beiträge verlinkt sind — und die von jedem dieser Beiträge zurückverlinkt wird. So entsteht ein Themencluster, das Suchmaschinen als zusammengehörig erkennen. Wie wir solche Cluster planen, beschreiben wir unter Content-SEO.

Als Faustregel gilt: Ein Link gehört dorthin, wo er einem Leser an dieser Stelle tatsächlich weiterhilft. Links, die nur für die Suchmaschine gesetzt werden, erkennt man — und Leser ignorieren sie.

Was interne Links mit KI-Suche zu tun haben

Auch KI-gestützte Suchsysteme stützen sich auf gecrawlte und indexierte Inhalte. Was schlecht verlinkt ist, wird schlechter gefunden, seltener aktualisiert und damit auch seltener als Quelle herangezogen. Eine klare Themenstruktur hilft zudem dabei, dass Ihr Unternehmen für ein Themenfeld als zuständig erkannt wird und nicht nur für einen einzelnen Beitrag. Interne Verlinkung ist damit keine Maßnahme von gestern, sondern Grundlage für klassische und generative Suche zugleich.

Kurz beantwortet

Wie viele interne Links pro Seite sind sinnvoll?

Eine feste Zahl gibt es nicht. Im Fließtext eines Beitrags sind zwei bis fünf gut gewählte Links meist genug; entscheidend ist, dass jeder einzelne dem Leser an dieser Stelle weiterhilft.

Spielt der Linktext bei internen Links eine Rolle?

Ja, eine große. Er beschreibt Suchmaschinen und Lesern das Ziel, deshalb sollte er aussagekräftig sein. Anders als bei Backlinks dürfen interne Linktexte ruhig klar das Thema der Zielseite benennen — nur natürlich formuliert und nicht immer wortgleich.

Wie finde ich verwaiste Seiten?

Indem Sie die Liste aller Seiten aus Sitemap oder Redaktionssystem mit dem Ergebnis eines Website-Crawls vergleichen. Was in der Sitemap steht, vom Crawler über Links aber nicht erreicht wird, ist verwaist und braucht mindestens einen sinnvollen internen Link.

Konrad Griesser

Konrad Griesser

SEO-, GEO- & AEO-Berater aus Augsburg — im Web zuhause seit 1999. Mehr über SEO Genie

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