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SEO-KPIs, die Sie wirklich messen sollten

Rankings sind ein Zwischenschritt, kein Ziel. Diese SEO-Kennzahlen zeigen, ob Ihre Sichtbarkeit tatsächlich zu Anfragen und Umsatz führt.

SEO-KPIs, die Sie wirklich messen sollten

Die wichtigste SEO-Kennzahl ist nicht die Rankingposition, sondern die Zahl der Anfragen oder Käufe, die aus der organischen Suche entstehen. Rankings und Traffic sind Zwischenschritte auf dem Weg dorthin — nützlich zur Diagnose, aber kein Endziel. Wir empfehlen, drei Ebenen gemeinsam über die Zeit zu betrachten: Sichtbarkeit, qualifizierte Besucher und Conversions.

Ich sehe regelmäßig Reportings mit zwanzig Seiten voller Kurven, aus denen niemand ablesen kann, ob die Arbeit dem Unternehmen etwas gebracht hat. Mehr Zahlen bedeuten nicht mehr Klarheit. Die folgenden Kennzahlen reichen in den meisten Fällen aus.

Sichtbar, aber oft überschätzt: die Ranking-Position

Eine Position eins bringt nichts, wenn niemand nach dem Begriff sucht oder die Suchintention nicht zu Ihrem Angebot passt. Dazu kommt: „Die“ Position gibt es kaum noch. Suchergebnisse unterscheiden sich nach Standort, Gerät und Suchverlauf — ein Malerbetrieb aus Landshut sieht in Landshut andere Ergebnisse als sein Kunde in Freising. Und über dem ersten organischen Treffer stehen heute oft Anzeigen, Karteneinträge und eine KI-Übersicht.

Rankings bleiben trotzdem wertvoll — als Frühindikator. Sie bewegen sich, bevor sich Traffic und Anfragen bewegen, und zeigen damit früh, ob eine Maßnahme greift. Nur sollte man sie nicht mit dem Ergebnis verwechseln.

Aussagekräftiger: organischer Traffic mit Kontext

Wie viele Besucher kommen über die organische Suche, und über welche Suchanfragen? Die Google Search Console liefert dafür die verlässlichsten Daten: Impressionen, Klicks, Klickrate und durchschnittliche Position — je Suchanfrage und je Seite. Zwei Unterscheidungen machen diese Daten erst brauchbar:

  • Marke oder Nicht-Marke: Wer Ihren Firmennamen eingibt, kennt Sie bereits. Ob SEO neue Kunden erreicht, zeigt sich an den Suchanfragen ohne Markennamen.
  • Welche Seiten gewinnen: Wächst der Traffic auf Leistungsseiten oder nur auf einem Ratgeberbeitrag, den Schüler für ihr Referat lesen? Beides ist „mehr Traffic“, aber nur eines hilft dem Geschäft.

Beachten Sie, dass Webanalyse-Tools wegen der Einwilligungspflicht nur einen Teil der Besucher erfassen. Die absoluten Zahlen sind deshalb weniger verlässlich als die Entwicklung über die Zeit.

Am wichtigsten: Conversions aus organischem Traffic

Wie viele dieser Besucher werden zu Anfragen oder Käufen? Diese Zahl verbindet SEO-Arbeit direkt mit dem Geschäftsergebnis — und kommt in klassischen SEO-Reportings trotzdem oft zu kurz, meist weil die Messung nie sauber eingerichtet wurde. Erfassen sollten Sie mindestens:

  • abgeschickte Kontakt- und Angebotsformulare,
  • Klicks auf Telefonnummer und E-Mail-Adresse,
  • Terminbuchungen, Bestellungen oder Downloads, je nach Geschäftsmodell,
  • bei lokalen Unternehmen zusätzlich Anrufe und Routenanfragen aus dem Google-Unternehmensprofil.

Noch einen Schritt weiter geht die Frage nach der Qualität: Wurden aus den Anfragen Aufträge? Das beantwortet kein Tool, sondern nur Ihr Vertrieb. Schon die einfache Frage „Wie sind Sie auf uns aufmerksam geworden?“ im Erstgespräch schließt diese Lücke — und liefert nebenbei Hinweise auf Kanäle, die kein Tracking erfasst.

Neu dazugekommen: Sichtbarkeit in KI-Antworten

Mit den KI-Übersichten in der Google-Suche und mit Assistenten wie ChatGPT oder Perplexity verändert sich ein vertrautes Muster: Die Impressionen steigen, die Klicks nicht im selben Maß. Das ist nicht automatisch ein Zeichen schlechter Arbeit, sondern oft schlicht die Folge davon, dass einfache Fragen direkt im Suchergebnis beantwortet werden. Eine sinkende Klickrate sollte man deshalb heute genauer ansehen, bevor man sie bewertet.

Die Messung der KI-Sichtbarkeit steckt noch in den Kinderschuhen, und ich bin skeptisch gegenüber jedem, der hier exakte Zahlen verspricht. Was wir pragmatisch tun: Besucher von KI-Plattformen als eigene Quelle in der Webanalyse auswerten, regelmäßig typische Kundenfragen in den wichtigsten Assistenten stellen und dokumentieren, ob und wie das Unternehmen genannt wird, und die Entwicklung der Markensuchen beobachten. Mehr zum Hintergrund finden Sie unter GEO und AEO.

Wie ein ehrliches Reporting aussieht

Wir empfehlen, sich nicht auf eine einzelne Kennzahl zu fixieren, sondern alle drei Ebenen gemeinsam über die Zeit zu betrachten — erst im Zusammenspiel ergibt sich ein ehrliches Bild. Steigen Rankings und Traffic, aber nicht die Anfragen, stimmt etwas mit der Zielgruppe oder der Seite selbst nicht. Steigen Anfragen bei gleichbleibendem Traffic, wurde die Seite besser. Beides sind wertvolle Erkenntnisse.

Wegen saisonaler Schwankungen vergleichen wir bevorzugt mit dem Vorjahreszeitraum statt mit dem Vormonat, und jedes Reporting endet mit der Frage: Was tun wir deshalb als Nächstes? So handhaben wir es in der laufenden SEO-Betreuung. Wenn Sie zunächst nur wissen möchten, wo Ihre Website steht, liefert der kostenlose SEO-Check einen ersten Anhaltspunkt.

Kurz beantwortet

Wie oft sollte ich meine SEO-Kennzahlen prüfen?

Ein monatlicher Blick genügt in den meisten Fällen, ergänzt um eine gründlichere Auswertung pro Quartal. Tägliche Ranking-Kontrollen erzeugen vor allem Unruhe, weil normale Schwankungen wie Trends aussehen.

Ist ein Sichtbarkeitsindex eine gute Kennzahl?

Er eignet sich für den groben Vergleich mit Wettbewerbern und um Einbrüche nach Updates zu erkennen. Er basiert aber auf einem festen Keyword-Set des Tool-Anbieters und sagt nichts darüber, ob die für Sie wichtigen Suchanfragen Anfragen bringen.

Meine Impressionen steigen, die Klicks aber nicht — ist das schlecht?

Nicht unbedingt. Häufig liegt es an KI-Übersichten und anderen Elementen, die Fragen direkt im Suchergebnis beantworten. Prüfen Sie, welche Suchanfragen betroffen sind: Bei reinen Wissensfragen ist das verkraftbar, bei Anfragen mit Kaufabsicht sollten Sie genauer hinsehen.

Konrad Griesser

Konrad Griesser

SEO-, GEO- & AEO-Berater aus Augsburg — im Web zuhause seit 1999. Mehr über SEO Genie

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