GPTBot, OAI-SearchBot, ClaudeBot, PerplexityBot, Google-Extended: Welche KI-Crawler was tun und wie Sie sie in der robots.txt gezielt steuern.
KI-Crawler lassen sich in der robots.txt einzeln erlauben oder sperren, und die wichtigste Unterscheidung ist die zwischen Training und Suche. Crawler wie GPTBot sammeln Material für das Training von Sprachmodellen. Crawler wie OAI-SearchBot oder PerplexityBot bauen den Index auf, aus dem KI-Antworten ihre Quellen beziehen. Wer in ChatGPT, Perplexity und ähnlichen Diensten als Quelle genannt werden möchte, darf die Such-Crawler nicht aussperren. Ob Sie zusätzlich das Training zulassen, ist eine Abwägung, die jedes Unternehmen selbst treffen muss.
Hinter dem Sammelbegriff stecken drei unterschiedliche Dinge:
GPTBot (OpenAI), ClaudeBot (Anthropic), CCBot (Common Crawl, dessen Datenbestände viele Anbieter nutzen).OAI-SearchBot, PerplexityBot, Claude-SearchBot.ChatGPT-User, Claude-User, Perplexity-User. Manche Anbieter behandeln diese Abrufe wie den Besuch eines Menschen und wenden die robots.txt darauf nur eingeschränkt an.Die Bezeichnungen ändern sich gelegentlich. Maßgeblich ist die aktuelle Dokumentation des jeweiligen Anbieters.
Google-Extended ist kein eigener Crawler, sondern ein Steuerungsbegriff in der robots.txt. Er legt fest, ob Inhalte, die der normale Googlebot ohnehin abruft, für das Training und die Wissensanreicherung von Gemini verwendet werden dürfen. Auf die Google-Suche hat er laut Google keinen Einfluss — weder auf Rankings noch auf die AI Overviews oder den KI-Modus. Diese laufen über den Googlebot. Wer dort nicht erscheinen will, muss mit Snippet-Anweisungen wie nosnippet arbeiten und verliert damit auch die normale Vorschau.
Ähnlich ist es bei Microsoft: Copilot stützt sich auf den Bing-Index, den der bingbot aufbaut. Wer den bingbot sperrt, verschwindet aus Bing und aus Copilot.
Die Syntax ist dieselbe wie für jeden anderen Crawler. Jeder Block beginnt mit dem Namen und enthält darunter die Regeln:
User-agent: GPTBot und in der nächsten Zeile Disallow: /. Für weitere Crawler wiederholen Sie den Block mit ClaudeBot, CCBot oder Google-Extended.User-agent: OAI-SearchBot und darunter Allow: /. Nötig ist das nur, wenn eine allgemeine Regel sonst sperren würde.Disallow: /kundenbereich/ oder Disallow: /downloads/ innerhalb des jeweiligen Blocks.Ein häufiger Fehler: Sobald ein Crawler einen eigenen Block hat, gelten für ihn nur noch die Regeln dieses Blocks und nicht mehr die allgemeinen unter User-agent: *. Wer für GPTBot einen Block anlegt und darin nur einen Ordner nennt, hat damit alle anderen Sperren für diesen Crawler aufgehoben.
Für die meisten Unternehmen, mit denen wir arbeiten, ist die Antwort eindeutig:
Eine Sperre wirkt zudem nur in die Zukunft. Was bereits in Trainingsdaten eingeflossen ist, holt kein Eintrag zurück.
Die robots.txt ist eine Bitte, keine technische Schranke. Die großen Anbieter erklären, sich daran zu halten, bei unbekannten Bots ist das nicht sicher. Wer Zugriffe wirklich unterbinden will, braucht Regeln auf dem Server oder in der Firewall.
Wichtiger ist in der Praxis der umgekehrte Fall: die unbeabsichtigte Sperre. Wir finden regelmäßig Websites, deren Betreiber in KI-Antworten genannt werden möchten, während ein Sicherheits-Plugin, der Hoster oder ein vorgeschalteter Schutzdienst sämtliche KI-Bots pauschal blockiert — teils als Voreinstellung. So prüfen Sie das:
robots.txt im Browser öffnen und nach den genannten Crawlern sowie nach pauschalen Sperren suchen.Diese Prüfung gehört zu unserem SEO-Audit und ist Teil dessen, was wir unter technischem SEO verstehen. Wie das mit Inhalten und Reputation zusammenspielt, lesen Sie unter Generative Engine Optimization.
Nein. Die Crawler der KI-Anbieter haben mit der Google-Suche nichts zu tun, und auch Google-Extended beeinflusst die Suche laut Google nicht. Sie verzichten lediglich darauf, dass Ihre Inhalte in das Training des jeweiligen Modells einfließen.
Die großen Anbieter sichern das zu, technisch erzwingen lässt es sich über die Datei nicht. Für verbindliche Sperren brauchen Sie serverseitige Regeln, und wirklich Vertrauliches gehört hinter eine Anmeldung.
Ja, nach der Dokumentation von OpenAI sind das getrennte Crawler. Sie sperren GPTBot und lassen OAI-SearchBot zu. Bei anderen Anbietern ist die Trennung ähnlich, aber nicht überall gleich sauber — ein Blick in die jeweilige Dokumentation lohnt sich.
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