Ortsseiten können Reichweite bringen oder als Doorway-Spam gelten. Woran Google den Unterschied erkennt und wie Sie es richtig machen.
Lokale Landingpages sind zulässig und wirksam, solange jede Seite einen eigenen Nutzen für Menschen an diesem Ort hat. Zum Risiko werden sie, wenn Dutzende Seiten denselben Text tragen und nur der Ortsname ausgetauscht wurde — das stuft Google als Brückenseiten („Doorway Pages“) und damit als Spam ein. Die Prüffrage lautet: Würde diese Seite jemandem aus genau diesem Ort etwas bieten, das die Hauptseite nicht bietet?
Ich bekomme regelmäßig Websites auf den Tisch, für die jemand vor Jahren vierzig Ortsseiten generiert hat: „Elektriker Friedberg“, „Elektriker Königsbrunn“, „Elektriker Gersthofen“ — identischer Text, anderer Ort in der Überschrift. Früher hat das funktioniert. Heute wird es im besten Fall ignoriert und zieht im schlechtesten Fall die gesamte Website nach unten.
Googles Spam-Richtlinien beschreiben Brückenseiten als Seiten, die für ähnliche Suchanfragen erstellt wurden und Nutzer letztlich zum selben Ziel führen, ohne eigenständigen Wert zu bieten. Typische Merkmale:
Der letzte Punkt ist seit der Verbreitung von KI-Textwerkzeugen wichtiger geworden. Ein Absatz über die Fuggerei macht aus einer Klempner-Seite keine Augsburger Klempner-Seite. Er macht sie nur länger.
Eine lokale Landingpage verdient ihre Existenz durch Inhalte, die tatsächlich ortsbezogen sind. Aus meiner Praxis funktionieren:
Wenn Ihnen zu einem Ort keiner dieser Punkte einfällt, brauchen Sie dafür keine eigene Seite. So einfach ist das.
Weniger, als die meisten denken. Für einen Betrieb mit einem Standort und einem Einzugsgebiet von dreißig Kilometern reichen in der Regel eine starke Hauptseite, eine Seite zum Einzugsgebiet und drei bis sechs Ortsseiten für die wirtschaftlich wichtigsten Orte. Ein Unternehmen mit echten Niederlassungen in München, Nürnberg und Augsburg bekommt selbstverständlich je eine vollwertige Standortseite.
Für alle übrigen Orte genügt eine gut gemachte Übersichtsseite: eine Karte oder Liste der bedienten Orte, gegliedert nach Landkreisen, mit Anfahrtszeiten und ein paar Sätzen zur Arbeitsweise in der Fläche. Diese eine Seite deckt viele Ortsnamen auf natürliche Weise ab, ohne dass vierzig dünne Seiten entstehen. Wie wir das für unsere eigenen Regionen lösen, sehen Sie unter Standorte.
Gute Ortsseiten sind Teil der Website, keine Anhängsel. Sie gehören in die Navigation oder sind zumindest von einer Übersichtsseite aus erreichbar, sie verlinken auf die passenden Leistungsseiten und werden von dort zurückverlinkt. Jede Seite hat einen eigenen Titel, eine eigene Beschreibung und — bei echten Standorten — eigene strukturierte Daten mit der jeweiligen Adresse.
Achten Sie außerdem darauf, dass Ortsseiten nicht mit Ihren Leistungsseiten um dieselben Suchanfragen konkurrieren. Die Leistungsseite erklärt die Leistung umfassend, die Ortsseite erklärt, wie Sie diese Leistung an diesem Ort erbringen. Diese Abgrenzung prüfe ich in jedem SEO-Audit, weil sie erstaunlich oft fehlt.
Wenn Ihre Website bereits einen Bestand generierter Ortsseiten hat, empfehle ich kein panisches Löschen, sondern ein geordnetes Vorgehen: Zuerst prüfen, welche Seiten tatsächlich Besucher und Anfragen bringen. Diese Seiten werden mit echten Inhalten ausgebaut. Alle übrigen werden per Weiterleitung auf die Einzugsgebiets-Seite oder die passende Leistungsseite zusammengeführt. Das Ergebnis ist fast immer eine kleinere, aber stärkere Website. Mehr zum Zusammenspiel von Ortsseiten und Profilen steht unter Local SEO.
Eine Seite, die nur für bestimmte Suchanfragen erstellt wurde und keinen eigenständigen Nutzen hat — typischerweise viele nahezu identische Seiten mit ausgetauschtem Ortsnamen. Google wertet das als Spam, was Rankings der gesamten Website belasten kann.
Nein. Ortsseiten mit echten Referenzen, lokalen Besonderheiten und praktischen Angaben sind hilfreich und erwünscht. Riskant ist allein die massenhafte Vervielfältigung inhaltsgleicher Seiten.
Seiten mit nachweisbaren Besuchern und Anfragen inhaltlich ausbauen, die übrigen per Weiterleitung auf eine Einzugsgebiets- oder Leistungsseite zusammenführen. So bleibt vorhandene Stärke erhalten, und das Spam-Risiko verschwindet.
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