Weiterleitungen (301, 302, 410) verständlich erklärt
301, 302 oder 410: Welche Weiterleitung wann richtig ist und was bei falscher Wahl mit dem Ranking passiert.
Wer eine Seite verschiebt, ein Angebot einstellt oder eine Domain wechselt, muss sich zwischen mehreren Weiterleitungsarten entscheiden. Die Wahl ist kein Detail: Sie entscheidet, ob Rankingsignale erhalten bleiben, ob Google eine Adresse schnell aus dem Index nimmt oder ob sie Monate lang als Karteileiche herumliegt.
301: die dauerhafte Weiterleitung
Die 301-Weiterleitung sagt dem Browser und der Suchmaschine: Diese Adresse gibt es nicht mehr, die neue gilt ab jetzt für immer. Google überträgt daraufhin den größten Teil der Rankingsignale der alten URL auf die neue. Das ist der Normalfall bei einem Relaunch, einer neuen URL-Struktur oder einem Domainumzug.
Ein verbreiteter Fehler ist die Weiterleitung auf eine thematisch unpassende Seite, etwa pauschal auf die Startseite. Google erkennt diesen Soft-404-Charakter und wertet die Signalübertragung dann deutlich schwächer. Die neue Zielseite sollte denselben Suchanfragen dienen wie die alte. Wer dabei zusätzlich mit technischem SEO arbeitet, prüft am besten gleich, ob Canonical-Tags und Weiterleitung zur selben Zielseite zeigen — widersprechen sie sich, verschenkt das Rankingsignale.
302: die temporäre Weiterleitung
Eine 302-Weiterleitung meldet eine vorübergehende Umleitung. Die alte Adresse soll im Index bleiben, weil sie bald wieder erreichbar sein wird — etwa während einer Wartung, eines A/B-Tests oder einer saisonalen Aktionsseite, die später wieder unter derselben URL läuft. Google behandelt die Ziel-URL in diesem Fall nicht als dauerhaften Ersatz und verschiebt die Rankingsignale nicht vollständig.
Problematisch wird es, wenn eine 302 über Monate stehen bleibt, obwohl die alte Seite nie zurückkommt. Dann sollte sie durch eine 301 ersetzt werden, sonst bleibt die Zuordnung in der Suche unklar und beide URLs konkurrieren miteinander.
410: endgültig weg
Der Statuscode 410 Gone geht einen Schritt weiter als die bekanntere 404-Fehlerseite. Während 404 nur "nicht gefunden" bedeutet und offenlässt, ob die Seite vielleicht später wieder auftaucht, erklärt 410 ausdrücklich: Diese Seite ist endgültig entfernt. Google entfernt solche URLs erfahrungsgemäß zügiger aus dem Index als bei 404, weil die Aussage eindeutig ist.
410 eignet sich für ausgelaufene Produkte ohne Nachfolger, abgeschaltete Funktionen oder alte Kampagnenseiten, die niemand mehr braucht. Gibt es eine passende Nachfolgeseite, ist eine 301 die bessere Wahl — der Besucher landet dann sofort am richtigen Ort, statt eine Fehlermeldung zu sehen.
Welche Weiterleitung für welchen Fall
- Seite endgültig umgezogen, Inhalt existiert unter neuer Adresse: 301 auf die passende Zielseite.
- Seite vorübergehend nicht erreichbar, kommt unter derselben URL zurück: 302.
- Inhalt entfernt, ohne Ersatz, soll schnell aus dem Index: 410.
- Mehrere Weiterleitungen hintereinander (Ketten): auflösen und direkt auf die finale Ziel-URL verweisen, jeder zusätzliche Sprung kostet Zeit beim Crawling und verschlechtert die Signalübertragung.
Was bei einem Relaunch oft schiefgeht
Bei größeren Umbauten entstehen leicht Lücken: Einzelne alte URLs werden vergessen und landen als 404 oder 410, obwohl es eine passende neue Seite gäbe. Die Folge ist verschenkte Sichtbarkeit, die mit einer einzigen fehlenden 301-Regel verloren geht. Eine vollständige Liste der alten URLs vor dem Umzug — etwa aus der Search Console oder einem Crawling-Tool — verhindert genau das. Unsere Checkliste für den SEO-Relaunch geht genau diesen Schritt mit durch, bevor die alte Website abgeschaltet wird.
Genauso wichtig: interne Links sollten nach einem Relaunch direkt auf die neue Ziel-URL zeigen, nicht über die Weiterleitung laufen. Das spart Ladezeit und vermeidet unnötige Zwischenstationen beim Crawling. Wer regelmäßig den SEO-Check nutzt, sieht solche Weiterleitungsketten meist schon, bevor sie sich auf viele Seiten ausbreiten.
Ein letzter Punkt betrifft die Serverkonfiguration: Weiterleitungen gehören in die Serverebene (etwa eine .htaccess-Datei oder die Konfiguration des Content-Management-Systems), nicht in JavaScript auf der Seite selbst. Eine clientseitige Weiterleitung lädt zunächst die alte Seite vollständig und springt erst danach weiter — das kostet Ladezeit und wird von Suchmaschinen seltener zuverlässig erkannt als eine serverseitige 301.
Quellen
Google Search Central: Weiterleitungen und Google Search
Kurz beantwortet
Was ist der Unterschied zwischen 301 und 302?
301 bedeutet dauerhaft: Die alte Adresse verschwindet endgültig, und die Rankingsignale wandern zur neuen URL. 302 bedeutet vorübergehend: Die alte Adresse bleibt die eigentliche, die Weiterleitung gilt nur für eine begrenzte Zeit, etwa während einer Wartung.
Wann sollte ich 410 statt 404 verwenden?
410 ist sinnvoll, wenn eine Seite bewusst und dauerhaft entfernt wurde und es keine Nachfolgeseite gibt. Google wertet 410 als eindeutigeres Signal als 404 und entfernt die URL in der Regel schneller aus dem Index.
Was passiert, wenn ich vergesse, alte URLs weiterzuleiten?
Ohne Weiterleitung liefert die alte Adresse einen Fehlerstatus, und bestehende Rankingsignale gehen verloren. Besucher, die über alte Links oder Lesezeichen kommen, landen auf einer Fehlerseite statt beim gesuchten Inhalt.
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