Keyword-Recherche beginnt nicht im Tool, sondern in der Sprache Ihrer Kunden. So gehen wir Schritt für Schritt vor — von der Idee bis zur Keyword-Map.
Eine gute Keyword-Recherche beginnt nicht mit einem Tool, sondern mit der Frage, wonach Ihr Kunde wirklich sucht — und in welchen Worten. Erst danach kommen Validierung, Suchintention und die Zuordnung der Begriffe zu konkreten Seiten. Keyword-Recherche wird oft komplizierter gemacht, als sie sein muss. Mit vier sauberen Schritten kommen die meisten Unternehmen weiter als mit der teuersten Software.
Bevor irgendein Tool zum Einsatz kommt, setze ich mich hin und überlege, wie ein Kunde das Problem tatsächlich formulieren würde — nicht wie das Unternehmen selbst es intern nennt. Ein Malerbetrieb nennt sein Angebot „Fassadenanstrich“, der Kunde sucht vielleicht „Haus streichen lassen Kosten“. Zwischen Fachbegriff und Alltagssprache liegt oft genau die Lücke, in der Sichtbarkeit verloren geht.
Die besten Quellen für echte Kundensprache liegen meistens schon im Unternehmen:
Wer diese Quellen eine Stunde lang ernsthaft durchgeht, hat in der Regel eine bessere Ausgangsliste als nach einem halben Tag im Keyword-Tool.
Keyword-Tools sind gut darin, Suchvolumen und Varianten zu bestätigen — schlecht darin, echte Kundensprache von sich aus zu erfinden. Deshalb kommen sie bei mir erst nach dem ersten Brainstorming zum Einsatz, nicht davor. Dann beantworten sie sinnvolle Fragen: Welche der beiden Formulierungen wird häufiger gesucht? Welche Varianten und Ergänzungen gibt es? Wie stark ist das Umfeld umkämpft?
Ein Hinweis aus der Praxis: Suchvolumen sind Schätzwerte, keine Messwerte. Gerade bei lokalen und sehr spezifischen Begriffen zeigen Tools oft kaum Volumen an. „Steuerberater für Ärzte in Kempten“ sieht in der Tabelle unscheinbar aus — wer danach sucht, hat aber einen sehr konkreten Bedarf. Solche spezifischen Begriffe sortieren wir nie allein wegen einer kleinen Zahl aus.
Ein Keyword mit hohem Suchvolumen bringt nichts, wenn die dahinterstehende Absicht nicht zum eigenen Angebot passt. „Website Kosten“ wird oft von Leuten gesucht, die sich nur informieren wollen, nicht sofort beauftragen — trotzdem lohnt sich der Begriff, nur mit einem anderen Seitentyp als einer reinen Verkaufsseite.
Die zuverlässigste Methode, die Intention zu erkennen, ist erstaunlich einfach: den Begriff selbst suchen und ansehen, was auf der ersten Seite steht. Zeigt Google Ratgeberartikel, will der Suchende lernen. Zeigt Google Shops oder Anbieterseiten, will er kaufen oder beauftragen. Erscheinen Karte und lokale Treffer, sucht er jemanden in der Nähe. Wer mit einer Leistungsseite gegen zehn Ratgeber antritt, hat den falschen Seitentyp gewählt — egal wie gut die Seite ist.
Eine Keyword-Liste allein verändert nichts. Der entscheidende Schritt ist die Zuordnung: Welche Seite soll für welches Thema gefunden werden? Dabei gilt eine Seite pro Thema, nicht eine Seite pro Schreibweise. „Haus streichen lassen“, „Fassade streichen lassen“ und „Fassadenanstrich“ gehören auf dieselbe Seite. Wer für jede Variante eine eigene Unterseite baut, erzeugt Seiten, die sich gegenseitig Konkurrenz machen.
Aus dieser Zuordnung ergibt sich fast von selbst, wo Inhalte fehlen, wo bestehende Seiten nachgeschärft werden müssen und was zuerst drankommt. Priorisiert wird nach Geschäftswert, nicht nach Suchvolumen: Ein Begriff, der zu einer ertragreichen Leistung führt, schlägt einen Begriff mit großem Volumen und wenig Bezug zum Angebot. Wie daraus ein Redaktionsplan wird, beschreiben wir unter Content-SEO; Fachbegriffe wie Suchintention oder Longtail erklärt unser Glossar.
In ChatGPT, Perplexity oder im KI-Modus von Google tippen Menschen keine zwei Stichworte mehr, sondern ganze Sätze: „Was muss ich beachten, wenn ich mein Haus aus den Siebzigern neu streichen lasse?“ Für die Recherche heißt das: Neben Keywords gehören vollständige Fragen auf die Liste — und die Seiten brauchen klare, zitierfähige Antworten darauf.
Gleichzeitig beantworten AI Overviews viele reine Informationsanfragen direkt in der Suche. Begriffe mit Kauf-, Beauftragungs- oder Ortsbezug gewinnen dadurch relativ an Bedeutung, weil hier weiterhin jemand eine Website besuchen und Kontakt aufnehmen muss. Informationsinhalte bleiben trotzdem wichtig: Sie entscheiden mit darüber, ob Ihr Unternehmen in KI-Antworten als Quelle auftaucht. Mehr dazu unter Answer Engine Optimization.
Mit der Sprache der Kunden, nicht mit einem Tool. Anfragen, Beratungsgespräche, Bewertungen und die Search Console zeigen, wie Menschen ihr Problem tatsächlich formulieren. Tools kommen erst danach, um diese Ideen zu überprüfen.
Nein. Entscheidend ist, ob die Suchintention zum Angebot passt und wie wertvoll die dahinterstehende Leistung für Ihr Unternehmen ist. Ein spezifischer Begriff mit wenig Volumen bringt oft die besseren Anfragen.
Nein, jedes Thema braucht eine Seite. Varianten und Synonyme desselben Anliegens gehören zusammen auf eine Seite, sonst konkurrieren die eigenen Unterseiten miteinander.
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