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SEO vs. GEO: Was bleibt, was ändert sich?

GEO löst SEO nicht ab. Technik, Inhalte und Vertrauen bleiben die Basis — neu sind Passagen, Entitäten und die Art, wie Erfolg gemessen wird.

SEO vs. GEO: Was bleibt, was ändert sich?

SEO und GEO sind keine Gegensätze. Die Grundlage bleibt dieselbe: eine technisch saubere Website, hilfreiche Inhalte und eine vertrauenswürdige Marke. Verändert haben sich das Ziel — nicht mehr nur ein Platz in der Trefferliste, sondern die Nennung in einer fertig formulierten Antwort —, die Einheit, um die es geht, nämlich einzelne Passagen statt ganzer Seiten, und die Messbarkeit, die deutlich schlechter geworden ist. Wer heute ordentliches SEO betreibt, hat den größten Teil der GEO-Arbeit bereits erledigt. Wer kein ordentliches SEO betreibt, wird mit GEO allein nichts erreichen.

Was bleibt

KI-Assistenten, die im Web recherchieren, tun das über Suchindizes. Alles, was eine Seite dort auffindbar und vertrauenswürdig macht, zählt deshalb weiter:

  • Crawlbarkeit und Indexierung. Was nicht abgerufen und verstanden werden kann, kommt nirgends vor. Technisches SEO ist wichtiger geworden, nicht unwichtiger.
  • Inhalte, die eine Suchabsicht erfüllen. Die Frage „Was will der Mensch wirklich wissen?“ steht weiter am Anfang jeder Seite.
  • Interne Verlinkung und Themenstruktur. Zusammenhängende Themenbereiche signalisieren Tiefe — gegenüber Google ebenso wie gegenüber jedem anderen System.
  • Verweise von außen. Links bleiben ein Vertrauenssignal der Suchmaschinen, auf denen die KI-Recherche aufsetzt.
  • Erfahrung und Absender. Wer schreibt hier, und warum sollte man ihm glauben?
  • Lokale Signale. Unternehmensprofile, Bewertungen und einheitliche Daten bestimmen auch, wen eine KI vor Ort empfiehlt.

Ich betone das so deutlich, weil gerade viel Unsinn verkauft wird. „SEO ist tot, jetzt kommt GEO“ ist ein Verkaufsargument, keine Analyse. Wie wir die Grundlagen angehen, steht auf unserer Seite zur Suchmaschinenoptimierung.

Was sich ändert

Trotzdem ist nicht alles beim Alten. Fünf Verschiebungen halte ich für wesentlich:

  1. Vom Ranking zur Nennung. In einer Trefferliste hat auch Platz sieben noch eine Chance. In einer KI-Antwort gibt es die genannten Quellen und den Rest. Das Feld ist enger.
  2. Von der Seite zur Passage. Systeme ziehen einzelne Abschnitte heran. Jeder Abschnitt muss für sich verständlich sein und eine Frage direkt beantworten.
  3. Vom Keyword zur ausformulierten Frage. Menschen tippen in Chat-Oberflächen ganze Sätze mit Bedingungen und Folgefragen. Google fächert Anfragen im KI-Modus zusätzlich in viele Teilfragen auf. Thematische Breite und Tiefe schlagen die Optimierung auf ein einzelnes Suchwort.
  4. Vom Link zur Entität. Sprachmodelle lernen aus Text. Wie oft, wie einheitlich und in welchem Zusammenhang Ihr Unternehmen im Netz vorkommt, prägt, was die Modelle über Sie „wissen“ — auch ohne Verlinkung.
  5. Von der eigenen Website zum ganzen Netz. Verzeichnisse, Fachportale, Bewertungen und Presse waren bisher Beiwerk. Jetzt sind sie Quellen, aus denen die Antwort über Sie zusammengesetzt wird.

Dazu kommt eine praktische Neuerung: Neben dem Googlebot rufen nun auch OAI-SearchBot, PerplexityBot, ClaudeBot und andere Ihre Seiten ab. Viele davon führen kein JavaScript aus. Eine Website, die für Google gerade noch funktioniert hat, kann für diese Crawler leer sein.

Was das für Ihre Kennzahlen bedeutet

Hier liegt die unbequemste Veränderung. Klassisches SEO ließ sich gut messen: Positionen, Klicks, Besucher, Anfragen. In der KI-Suche gibt es keine festen Positionen, die Antworten schwanken, und ein Teil der Wirkung findet statt, ohne dass jemand Ihre Website besucht. Wer in einer Antwort als empfehlenswerter Anbieter genannt wird, bekommt vielleicht Tage später einen Anruf — in der Webanalyse taucht das als direkter Zugriff oder gar nicht auf.

Gleichzeitig beantworten Googles KI-Übersichten einfache Informationsfragen selbst, sodass diese Klicks zurückgehen. Sinkende Besucherzahlen bei stabilen Anfragen sind deshalb kein Alarmsignal, sondern in vielen Branchen das neue Normal. Ich rate dazu, den Blick stärker auf das zu richten, was am Ende zählt: Anfragen, Anrufe, Aufträge. Dazu die Suche nach dem eigenen Firmennamen, die zeigt, ob die Bekanntheit wächst, sowie regelmäßige Testfragen in den KI-Systemen.

Was das für Budget und Prioritäten heißt

Aus alldem folgt keine zweite, getrennte Disziplin mit eigenem Etat, sondern eine Verschiebung innerhalb der bestehenden Arbeit:

  • Zuerst die Technik prüfen — einschließlich der Frage, ob KI-Crawler Zugriff haben und Inhalte ohne JavaScript lesbar sind.
  • Bestehende Inhalte überarbeiten, bevor neue entstehen: Antwort nach vorn, klare Überschriften, eigenständige Absätze, konkrete Angaben.
  • Die Entität schärfen: einheitliche Unternehmensdaten, strukturierte Daten, vollständige Profile.
  • Präsenz außerhalb der Website aufbauen: Fachmedien, Verbände, Bewertungen.
  • Messung anpassen und die Erwartungen im Unternehmen gleich mit.

Für einen Steuerberater in Kempten oder einen Werkzeugbauer in Neu-Ulm ist das kein Großprojekt, sondern eine Frage der Reihenfolge. Wie wir beide Blickwinkel verbinden, zeigen wir unter GEO und AEO.

GEO ist das Stockwerk, SEO das Fundament. Niemand baut das Stockwerk zuerst.

Kurz beantwortet

Ist SEO tot?

Nein. Die KI-Systeme recherchieren über Suchindizes, und Google bleibt für die meisten Unternehmen die wichtigste Quelle für Anfragen. Verändert hat sich, wie Ergebnisse dargestellt werden und welche Inhalte davon profitieren.

Brauche ich zwei verschiedene Dienstleister für SEO und GEO?

Davon rate ich ab. Beide Aufgaben greifen an denselben Stellen an — Technik, Inhalte, Reputation. Getrennte Zuständigkeiten führen zu doppelter Arbeit und widersprüchlichen Empfehlungen.

Womit sollte ich anfangen?

Mit einer Bestandsaufnahme: Ist die Website technisch zugänglich, beantworten die wichtigsten Seiten klare Fragen, und sind die Unternehmensdaten im Netz einheitlich? Aus diesen drei Punkten ergibt sich fast immer von selbst, was zuerst zu tun ist.

Konrad Griesser

Konrad Griesser

SEO-, GEO- & AEO-Berater aus Augsburg — im Web zuhause seit 1999. Mehr über SEO Genie

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