GEO löst SEO nicht ab. Technik, Inhalte und Vertrauen bleiben die Basis — neu sind Passagen, Entitäten und die Art, wie Erfolg gemessen wird.
SEO und GEO sind keine Gegensätze. Die Grundlage bleibt dieselbe: eine technisch saubere Website, hilfreiche Inhalte und eine vertrauenswürdige Marke. Verändert haben sich das Ziel — nicht mehr nur ein Platz in der Trefferliste, sondern die Nennung in einer fertig formulierten Antwort —, die Einheit, um die es geht, nämlich einzelne Passagen statt ganzer Seiten, und die Messbarkeit, die deutlich schlechter geworden ist. Wer heute ordentliches SEO betreibt, hat den größten Teil der GEO-Arbeit bereits erledigt. Wer kein ordentliches SEO betreibt, wird mit GEO allein nichts erreichen.
KI-Assistenten, die im Web recherchieren, tun das über Suchindizes. Alles, was eine Seite dort auffindbar und vertrauenswürdig macht, zählt deshalb weiter:
Ich betone das so deutlich, weil gerade viel Unsinn verkauft wird. „SEO ist tot, jetzt kommt GEO“ ist ein Verkaufsargument, keine Analyse. Wie wir die Grundlagen angehen, steht auf unserer Seite zur Suchmaschinenoptimierung.
Trotzdem ist nicht alles beim Alten. Fünf Verschiebungen halte ich für wesentlich:
Dazu kommt eine praktische Neuerung: Neben dem Googlebot rufen nun auch OAI-SearchBot, PerplexityBot, ClaudeBot und andere Ihre Seiten ab. Viele davon führen kein JavaScript aus. Eine Website, die für Google gerade noch funktioniert hat, kann für diese Crawler leer sein.
Hier liegt die unbequemste Veränderung. Klassisches SEO ließ sich gut messen: Positionen, Klicks, Besucher, Anfragen. In der KI-Suche gibt es keine festen Positionen, die Antworten schwanken, und ein Teil der Wirkung findet statt, ohne dass jemand Ihre Website besucht. Wer in einer Antwort als empfehlenswerter Anbieter genannt wird, bekommt vielleicht Tage später einen Anruf — in der Webanalyse taucht das als direkter Zugriff oder gar nicht auf.
Gleichzeitig beantworten Googles KI-Übersichten einfache Informationsfragen selbst, sodass diese Klicks zurückgehen. Sinkende Besucherzahlen bei stabilen Anfragen sind deshalb kein Alarmsignal, sondern in vielen Branchen das neue Normal. Ich rate dazu, den Blick stärker auf das zu richten, was am Ende zählt: Anfragen, Anrufe, Aufträge. Dazu die Suche nach dem eigenen Firmennamen, die zeigt, ob die Bekanntheit wächst, sowie regelmäßige Testfragen in den KI-Systemen.
Aus alldem folgt keine zweite, getrennte Disziplin mit eigenem Etat, sondern eine Verschiebung innerhalb der bestehenden Arbeit:
Für einen Steuerberater in Kempten oder einen Werkzeugbauer in Neu-Ulm ist das kein Großprojekt, sondern eine Frage der Reihenfolge. Wie wir beide Blickwinkel verbinden, zeigen wir unter GEO und AEO.
GEO ist das Stockwerk, SEO das Fundament. Niemand baut das Stockwerk zuerst.
Nein. Die KI-Systeme recherchieren über Suchindizes, und Google bleibt für die meisten Unternehmen die wichtigste Quelle für Anfragen. Verändert hat sich, wie Ergebnisse dargestellt werden und welche Inhalte davon profitieren.
Davon rate ich ab. Beide Aufgaben greifen an denselben Stellen an — Technik, Inhalte, Reputation. Getrennte Zuständigkeiten führen zu doppelter Arbeit und widersprüchlichen Empfehlungen.
Mit einer Bestandsaufnahme: Ist die Website technisch zugänglich, beantworten die wichtigsten Seiten klare Fragen, und sind die Unternehmensdaten im Netz einheitlich? Aus diesen drei Punkten ergibt sich fast immer von selbst, was zuerst zu tun ist.
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